Paul

Ich werde ein großer Bruder

Da saßen wir in diesem komischen Raum. Mama lag auf einer Liege. Paul hockte bei Papa auf dem Schoß. Und hielt mich fest. Ich soll hier nicht toben. Wie öde. Das liegt bestimmt an dieser Frau im weißen Kittel. Die lächelt nett. Ich kenne auch das Gesicht. Kann mich aber nicht erinnern. Irgendetwas stimmt mit der doch nicht, wenn ich nicht spielen darf.

Stattdessen fährt sie mit einer Maus über Mamas Bauch. Ob es ihr nicht gut geht. Hat Mama etwa was falsches gegessen. Oje, wenn sie krank ist, kann sie ja gar nicht mit mir spielen. Und Papa muss kochen. Aber was hat sie denn? Wer soll das denn wissen. Auf dem Bildschirm da oben kann man auf jeden Fall nichts erkennen.

Das ist aber schon alles komisch. Papa ist heute extra zuhause geblieben, um zu dieser Frau mitzukommen. Und Mama und Papa sind irgendwie angespannt. Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

Mama geht es wohl gut. Die Frau im Kittel meinte irgendwann: „Das ist jetzt der Moment, in dem ich Herzlichen Glückwunsch sage.“ Mama freut sich. Sie hat ja sogar kleine Tränen in den Augen. Auch Papa ist jetzt wieder entspannter. Sein Griff um meinen Körper ist nicht mehr so fest. Es ist also alles gut. Papa gibt mir einen Kuss auf den Kopf. Dann sagt er noch: „Du wirst ein großer Bruder.“

Was soll das denn jetzt schon wieder bedeuten?