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Das erste Kennenlernen

„Da.“ „Das ist Enna.“ „Da.“ „Ja, das ist deine kleine Schwester.“ „Da.“Vor der Geburt von Enna hatten wie lange überlegt, wie wie Paul auf sein Geschwisterchen vorbereiten könnten. Mit nicht mal zwei Jahren würde er es nicht verstehen, wenn wir ihm die Sache nur erklären würden. Wir versuchten trotzdem ihn immer wieder auf das Kommende vorzubereiten. Mamas Bauch war ja auch nicht zu übersehen. Mama hatte Tränen in den Augen, als er diesen das erste Mal küsste. Ob er verstanden hatte, dass da ein Baby wächst, oder nicht. 

Wir hatten ein Kinderbuch gekauft, das ihn darauf vorbereiten sollte. Obwohl er sich mittlerweile für Bücher interessiert, lag das nur rum. 

Wie würde er also reagieren, wenn er Enna das erste Mal sehen würde?

Im Krankenhaus war er direkt zu Mama auf’s Bett gekrabbelt. Nach kleinen Küssen erblickte Paul das kleine Wesen. Er zeigte in ihre Richtung. „Da.“

Das war es dann aber auch. 

Innerhalb der nächsten drei Stunden, zeigte er immer wieder zum Babybett, wenn man ihn nach seiner kleinen Schwester oder Emma fragte. 

Seinen Joghurt, den er Mama stibietzte bot er direkt seiner kleinen Schwester an und obwohl die Anwesenheit noch komisch war, stupste er zumindest schon mal am winzigen Fuß. 

Drei Stunden nach dem ersten „Da.“ schritt nicht der kleine Junge auf den Krankenhausflur, sondern der große Bruder, der unaufhörlich und unüberhörbar stolz den Namen seiner Schwester in die Welt trug. 

„Nnnaa, Nnnaa, Nnnaa.“

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